AT Projekt präsentiert Resultate von Studien zu Truck Platooning

11.02.2020 Windschutzscheiben-LKW

Am Mittwoch, 29. Januar 2020 präsentiert das Arbeitspaket 2 des I-AT-Projektes im Euregio Forum in Kleve zwei Studien zu Truck Platooning. IKEM und BBH untersuchten in ihrer Studie die rechtlichen Rahmenbedingungen für Truck Platooning, während V-tron und die Fachhochschule Arnheim Nimwegen (Hogeschool Arnhem Nijmegen (HAN)) ihre Untersuchung zu einer Reihe technischer Aspekte des Truck Platooning präsentierten.

Arjan van Vliet, Innovationsmanager des niederländischen Verkehrsministeriums (Ministerie van Infrastructuur en Waterstaat) eröffnete den Workshop. Aus der Vogelperspektive stellte er Strategien und Innovationen für den Gütertransport auf der Straße vor, die zukünftig sowohl die Probleme der Staus als auch der Luftverschmutzung lösen müssen. Auch Truck Platooning kann dazu einen potenziellen Beitrag leisten. Dieses Phänomen erfuhr seinen bisherigen Höhepunkt während der European Truck Platooning Challenge in 2016, ebbte danach jedoch vorerst ab.

“Die Antwort auf die Frage, ob tatsächlich ein erfolgreicher Business Case für Truck Platooning möglich ist, war zu Beginn des I-AT-Projektes zweifelhaft“, sagte Tanja Braun, Leiterin Arbeitspaket 2, rückblickend. “Aber wir stellten gleichzeitig fest, dass die Abgasregelungen und die Situation auf den Straßen Maßnahmen erforderlich machten. Daher haben wir uns entschieden, weitere Untersuchungen bezüglich der Möglichkeiten von Truck Platooning durchzuführen.”

IKEM und BBH präsentierten im Rahmen des Workshops die Ergebnisse ihrer Studie zu den rechtlichen Rahmenbedingungen für Truck Platooning in den Niederlanden und in Deutschland. Der Fokus ihrer Untersuchung lag dabei insbesondere auf den Zulassungsbestimmungen von automatisiert fahrenden LKW’s durch die zuständigen Behörden, Haftungsregelungen und arbeitsrechtlichen Aspekten. Als Ergebnis zeigte sich, dass weder für Truck Platooning noch für autonomes Fahren bislang eine entsprechende Rechtsgrundlage besteht und daher die rechtlichen Rahmenbedingungen angepasst werden müssten.

V-tron und die HAN präsentierten die Ergebnisse ihrer praxis-bezogenen Untersuchungen zu den technischen Aspekten von Truck Platooning. Die Daten wurden in eine Periode von sechs Monaten mit Hilfe von Mobileye Kameras in zwei LKW’s gesammelt. Sie legten in einem Zeitraum von knapp sechs Monaten über 70.000 Kilometer für die Untersuchung zurück. Während der Studie wurden insbesondere die Qualität des mobilen Datenverkehrs, die relevant ist für die Steuerung des Platoons, und der Abstand zu den vorausfahrenden, ‘platoonenden‘ Fahrzeugen gemessen. Durch die Aerodynamik in einem Platoon kann eine Kraftstoffeinsparung von 5 bis 15% erreicht werden.

Auch wenn das I-AT Projekt im Juni diesen Jahres ausläuft und die beiden Studien die abschließenden Aktivitäten in Arbeitspaket 2 markieren, kündigte Tanja Braun an, dass die beteiligten Partner eine weiterführende Vertiefung der Aktivitäten und Untersuchungen besprechen werden. Die Partner sind davon überzeugt, dass Truck Platooning mit den erforderlichen rechtlichen Rahmenbedingungen und der richtigen Technologie sicherlich Perspektiven für die Optimierung des Straßengüterverkehrs bieten kann.

Beide Studien sind im Databank dieser I-AT Website abrufbar.

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